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Auch eine optimal ausgesuchte Dichtung muss entsprechend ihrer Eigenart sachgerecht eingebaut werden, sonst sind weder die Funktion noch die Betriebsdauer gesichert. Daher sollte man einige Grundregeln beachten:

Dichtungen können keine Führungsaufgaben übernehmen. Es ist daher stets für eine gesonderte Führung aus einem geeigneten Werkstoff zu sorgen Querkräfte sind sehr schädlich für Dichtungen. Daher müssen die Führungselemente umso besser sein, je größer die Querkräfte auf Stange und Kolben sind. Die Dichtelemente sollen möglichst nahe an den Führungen angeordnet werden, damit Beschädigungen durch Verkanten des Kolbens vermieden werden.Lippen bzw. Dichtkörper dürfen nicht beschädigt werden. Daher müssen an scharfen Kanten, über welche die Dichtung beim Einbau geschoben wird, Einbauschrägen unter ca. 15-20° gebracht werden, deren Breite mindestens der halben Dichtungsbreite entspricht.Dichtungen großen Querschnitts, die in Ihrer Nut „ein-schnappen“ sollen
(z.B. Zylinderdichtringe, Nutringe u.a.) werden zweckmäßig vor dem Einbau in bis 100°C heißem Öl erwärmt und gegebenenfalls durch zusätzliches Walken geschmeidig gemacht.Dichtelemente sollen im Normalfall unter Druckbelastung nicht über Spalte oder Bohrungen gleiten.Das Spiel zwischen den bewegten Teilen muss so klein gehalten werden, dass die Dichtung nicht in den entstehenden Spalt wandern kann. Abhilfe bilden Stütz- oder Abdeckelemente (z.B. Backringe).Oberflächen, mit denen Dichtungen in Berührung kommen, sollten keine scharfen Spitzen aufweisen. Die Oberfläche ist mit geeigneten Feinbearbeitungsverfahren zu glätten.Die zurücklaufende Kolbenstange ist eine Hauptursache für Ölverschmutzung. Daher sind die Abstreifringe umso wichtiger, je schmutziger die Arbeitsatmosphäre des Zylinders ist.Man muss Vorkehrungen treffen, dass die Druckflüssigkeit so wenig wie möglich Luft lösen kann. Deshalb ist u.a. sorgfältiges Befüllen und Entlüften vor Inbetriebnahme erforderlich.Es ist dafür zu sorgen, dass der Flüssigkeitsstrom im Nahbereich der Dichtungen nicht gedrosselt wird, weil die dadurch ständig ausgeschiedene Luft zerstörend auf die Dichtung wirken kann.Für die Auswahl der jeweiligen Dichtungsform sowie des günstigen Werkstoff sind die Vorschläge der Hersteller sorgfältig zu beachten.Ebenso wichtig ist das genaue Einhalten der Herstellervorschriften für den Einbau einschließlich der Ausführung der Einbauräume.
Hier ist besonders zu beachten:
- Einhalten der Nutabmessungen, da sonst entweder die Dichtung nicht „atmen“
kann oder zu wenig Vorspannung erhält.
- Einbau mit Vorspannseite zur Druckrichtung. Darauf ist bei den Kolbenkompaktdichtungen
besonders zu achten, bei denen die Vorspannseite u.U. schlecht zu erkennen ist.
- Unzureichendes Zusammenspannen von Bauteilen im Dichtungsbereich von Kolben
kann zu einer Zerstörung der Dichtungen führen.
- Wenn erforderlich, sind Montagehilfen für den Einbau der Dichtung zu benutzen.Im übrigen empfiehlt es sich bei der Bedeutung der Dichtungen für die Betriebssicherheit einer hydraulischen Anlage, im Bedarfsfall unseren technischen Beratungsdienst in Anspruch zu nehmen, der jedem Kunden kostenlos zur Verfügung steht.